Vergütung »Quo Vadis«?

Ein großes Konfliktpotential bezogen auf Sinnkopplung liegt in Vergütungssystemen. Deshalb lohnt die Auseinandersetzung damit, was uns passiert, wenn wir an Geld denken. Kathleen Vohs von der Abteilung für Marketing einer Managementschule in Minneapolis in den USA hat dazu verschiedene aufschlussreiche Experimente durchgeführt.
Bevor ich allerdings auf eines dieser Experimente näher eingehe möchte ich, dass wir uns vor Augen führen, wie oft der Gedanke an Geld eine Rolle in Unternehmen spielt.
- Wer hat schon einmal an einer Missions-, Visions-, Strategieklausur teilgenommen, an der nicht irgendwann das Thema Ressourcen, Budgets und damit Geld im Zentrum der Unterhaltung stand?
- Wer hat schon einmal ein Bewerbungsgespräch geführt in dessen Vorbereitung und Durchführen nicht maßgeblich auch an das zu erzielende/ zu bezahlende Einkommen gedacht wurde?
- Wer stand/ saß schon eimal länger als zehn Arbeitstage in Kaffe-Ecken und bei informellen Gesprächen, ohne dass die Themen Gehalt eines Kollegen, eigenes Gehalt, Urlaubsgeld, Vergütung von externen Beratern, Reisekosten, Telekommunikationskosten und dergleichen mehr diskutiert wurde?
Wie man sieht, denken wir sehr häufig an Geld und hier seien jetzt nicht die Momente gezählt, in denen wir aus privatem Anlass darüber nachdenken.
Doch was passiert mit uns, wenn wir an Geld denken?
Eines der oben erwähnten Experimente, die in der Ausgabe 03/2007 der Fachzeitschrift Nervenheilkunde beschrieben wurden, ging wie folgt:
Das siebente Experiment verwendete einen Bildschirmschoner als Bahnungsreiz, der plötzlich während der Arbeit an computerisierten Fragebögen auf der Mattscheibe zu sehen war: Entweder schwammen Fische oder Banknoten unter Wasser (oder es gab nur einen dunklen Bildschirm). Dann wurde den 36 Versuchspersonen gesagt, dass sie ein Gespräch mit einem anderen Studenten zum Zweck des Kennenlernens führen würden, es wurden ihnen zwei Stühle gegeben, die sie aufstellen sollten. Gemessen wurde der Abstand zwischen den Stühlen in Zentimetern.
Während bei "geldfreien" Bildschirmen der Abstand ca. 80 cm betrug, waren es bei "geldlichen" Bildschirmen 120 cm also das Eineinhalbfache.
Alle durchgeführten Experimente hatten Ergebnisse, die folgende Schlussfolgerungen zulassen:
Allein der Gedanke an Geld:
- macht einsam
- verhindert Hilfesuche und Hilfsbereitschaft
- schafft Distanz und erschwert damit Kooperation
- reduziert den Impuls zu teilen
- verhindert Gemeinschaft
So und jetzt noch einmal die Frage, warum sind Gehaltssysteme, Einkommenstabellen, Lohngerechtigkeit und Leistungs- sowie Bonusregelungen sinnhaft motivierend und zweckdienlich für den Gesamterfolg eines Unternehmens?
Gebhard
- Gebhard Borck's blog
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Das siebente Experiment verwendete einen Bildschirmschoner als Bahnungsreiz, der plötzlich während der Arbeit an computerisierten Fragebögen auf der Mattscheibe zu sehen war: Entweder schwammen Fische oder Banknoten unter Wasser (oder es gab nur einen dunklen Bildschirm). Dann wurde den 36 Versuchspersonen gesagt, dass sie ein Gespräch mit einem anderen Studenten zum Zweck des Kennenlernens führen würden, es wurden ihnen zwei Stühle gegeben, die sie aufstellen sollten. Gemessen wurde der Abstand zwischen den Stühlen in Zentimetern.

